Was für ein Zirkus!

Kinder lieben Zirkus! Aber noch viel mehr, wenn sie selbst die Artisten sind und Zirkus machen.
Vorhang auf, Manege frei für die Artisten von St. Paulus! Ein riesengroßes und buntes Zirkuszelt stand zwar nicht auf dem Paulusplatz und Plakate hingen auch nicht in Tannenbusch herum. Wir sprechen nicht von Krone, Barum oder Roncalli, sondern vom Open-air-Zirkus KiTa St. Paulus.

Das Besondere an diesem Zirkus sind die 11 Artisten: keiner älter als sechs, keiner jünger als fünf. Kita-Vorschulkinder als Zirkusmacher!
Am ersten Mittwoch im Juli um 15 Uhr zeigten sie in der exklusiven Galavorstellung "Staunen, Lachen und Träumen" ihr ganzes Können. Die Nachwuchsartisten hatten in den Projektwochen "Zirkus" eifrig Akrobatik, Jonglage, Bodenturnen und Clownerei geübt. Für die Kunststücke sind vor allem eine gute Körperbeherrschung, Gleichgewichtssinn, Koordination, Konzentration und Disziplin sowie viel Teamgeist wichtig. "Diese Kompetenzen sollten Kinder für die Schule schon mitbringen", so KiTa-Leiterin Annette Hoppen, "ich denke, wir haben unsere Kinder auch mit diesem Projekt für einen tollen Start in die Schule stark gemacht."


Natürlich hatten alle KiTa-Kinder in diesen Projektwochen auch vieles über den Zirkus und seine besondere Welt erfahren und gelernt. Für ihre Sondervorstellung als Abschluss ihrer KiTa-Zeit hatten die „Fast-Schulkinder“ deshalb spektakuläre Darbietungen ausgewählt. "Nach diesen Projektwochen haben die Kinder leuchtende Augen, wenn sie ihr neues Können in der Manege endlich auch zeigen dürfen", freut sich Annette Hoppen. Die Nachwuchsartisten waren fast im Dauereinsatz. Jeder hatte verschiedene Auftritte. So bescherten sie ihren Zuschauern einen Nachmittag lang ein buntes, mit etlichen Höhepunkten gespicktes Programm. Der Zirkusdirektor führte - trotz seiner vielen Auftritte als Clown, Jongleur und Akrobat – sein Publikum jovial durch die Show, machte auf die jeweilige Sensation oder den erhöhten Schwierigkeitsgrad aufmerksam. Deshalb konnte sich die Kita-Leiterin auch gelassen in ihren Ehrensessel auf der VIP-Tribune zurücklehnen und begeistert der Vorstellung zuschauen und mit den Jungartisten mitfiebern.
Die Erwartung war an diesem Juli-Nachmittag mit den Händen zu greifen gewesen: Gut gelaunt strebten Kinder und Erwachsene zu den kleinen Stühlen um die Freilichtmanege und betraten damit eine andere Welt: die des "Staunens, Lachens und Träumens". Los ging es mit den Tuchjongleuren, dann kamen die Seiltänzerinnen, die hochkonzentriert- da ohne Netz und doppelten Boden - aber sicher und anmutig über das quer über die ganze Manege reichende Seil balancierten. Beeindruckend waren auch die Akrobaten auf der Bodenmatte, mit der Zauberkugel oder dem Stuhl. Viel Geschicklichkeit zeigten die Kinder auch beim Jonglieren mit Stöcken und Tellern oder beim stimmungsvollen "in die Luft schicken" der riesengroßen, großen sowie kleinen Seifenblasen und so mancher Traumblase. Wie im "richtigen" Zirkus sorgten Clowns für Gelächter und die Feuerschlucker für Atemstillstand.

Am Ende des gut organisierten und kurzweiligen Programms verabschiedeten sich alle Artisten mit einer Menschenpyramide und entließen ihr Publikum zurück in die Realität. Die großen und kleinen Zuschauer waren begeistert und bedankten sich mit einem lautstarken Applaus.
Nach der Show stärkten sich Zuschauer und Artisten mit Wasser, Apelsaftschorle, Kaffee und Kuchen für die nächsten Herausforderungen. Denn nun war im Mitmachzirkus das "Selber ausprobieren" angesagt. Unter der fachkundigen Anleitung der Zirkusleute hatte jeder die Möglichkeit - bis auf das Feuerschlucken - alles einmal selbst und alleine auszuprobieren. Wie sich dann herausstellte, war das – obwohl es so leicht ausgesehen hatte – gar nicht immer so einfach.
A. Horstmeyer