Sing mal – Du große Herrin, schönste Frau, GGL 648

Im Oktober wollen wir Ihnen auch wieder ein Marienlied vorstellen, in diesem Jahr den Hymnus: Du große Herrin, schönste Frau“.
Das Lied ist eine direkte Übersetzung in Deutsche des Hymnus „O gloriosa Domina“, der im 7./8.Jhd. für das Stundengebet entstanden ist. Auffällig beim Text des Liedes ist, dass es sich nicht wie die meisten Kirchenlieder reimt, was dem Umstand geschuldet ist, dass es sich um eine fast wörtliche Übertragung der Abtei Münsterschwarzach handelt.
Der Komponist ist alleine schon wegen seines auffallenden Namens zu erwähnen
Paschasius Reinigius (zu deutsch: Paschasius Reinigke oder Reinig).
Er lebte Ende 16. Jhd./ Anfang 17.Jhd. in der Zeit direkt nach Luther in den Anfängen der Reformation, die er nach Kräften vorangetrieben hat.
Reinigius hat drei Sammlungen eigner geistlicher Lieder drucken lassen, die „Hauskirchencantorei", „Die christlichen Gebete Dr. Johann Habermann's seliger“ und „Der Schul Jungfrauen Lustgarten“.
Diese dritte Sammlung enthält eine poetische Gebetssammlung für Mädchen, welche in einer Vorrede der „theologischen Facultät zu Wittenberg“ allen christlichen Eltern warm empfohlen wird.
Reinigius, welcher sich als „von Wusterhausen“ bezeichnet und also wohl an diesem Orte geboren sein mag, war 1587 Stadtschreiber zu Spremberg und 1595 Amtsschreiber zu Cotbus; aus der Vorrede zu der zweiten Sammlung ist auch ersichtlich, dass er als „Musterschreiber“ einige Feldzüge mitgemacht hat. Weiteres scheint von seinem Leben nicht bekannt zu sein.