Pfarrgemeinderat

Nur gemeinsam wird Gemeinde möglich – die Arbeit des Pfarrgemeinderats

„Der Pfarrgemeinderat hat die Aufgabe, unter Wahrung der spezifischen Verantwortung des Pfarrers … (das Leben in der Pfarrei) so zu entwickeln und zu gestalten, dass die Kirche in den Lebensräumen und Lebenswelten der Menschen wirksam präsent ist“, so heißt es in der aktuellen Kölner Satzung für Pfarrgemeinderäte. „Mehr nicht?“ – so könnte man leicht ironisch fragen angesichts eines solch umfassenden Auftrags. Wie kann, gerade in einer so großen Pfarrei wie der unseren, die Botschaft von der Menschenfreundlichkeit Gottes „in den Lebensräumen und Lebenswelten“ tatsächlich neu zur Erfahrung gebracht werden?! Steht nicht gerade jetzt, nach zahlreichen Veränderungen und Einschränkungen für viele Menschen ein Gefühl von Verlust und Rückzug im Vordergrund?

Keine einfache Ausgangsbasis

Zweifelsohne ist das keine ideale Ausgangsbasis für eine wirksame Präsenz und Erfahrbarkeit von Kirche, für die Vermittlung der Menschenfreundlichkeit der christlichen Botschaft: Nur in einem wirklich guten Zusammenspiel aller Gremien, Gruppen und Ausschüsse sowie der vielen, nach wie vor so eindrucksvoll engagierten Einzelnen kann das geschehen. Deshalb ist die Arbeit der Gemeindeausschüsse so wichtig. Die Gemeindeausschüsse (so heißen bei uns die in der PGR-Satzung „Ortsausschuss“ genannten Gremien vor Ort) leisten unverzichtbare Arbeit in den einzelnen Gemeinden vor Ort. Aus jedem Gemeindeausschuss sind Vertreterinnen und Vertreter im Pfarrgemeinderat  präsent, um die Arbeit in der konkreten Gemeinde mit den Zielen der Gesamtpfarrei zu vernetzen und abzustimmen. Konkret wird dies u.a. in dem Prozess, ein gemeinsames Pastoralkonzept  zu entwickeln, das für alle Gültigkeit hat.

Pastoralkonzept – ein Programm für unsere Pfarrei

Der Prozess der Findung eines „Programmes“, die Verständigung über das, was uns in unserer Pfarrei wichtig ist, ist bereits in vollem Gange. Die Verschriftlichung des Pastoralkonzepts, die detaillierte Ausformulierung steht noch aus, die Zielpunkte liegen aber schon fest. Wir haben die Ziele für den Pfarrgemeinderat abgeleitet aus den großen Bereichen, die die Säulen der gemeindlichen Arbeit sind:

Feier der Liturgie +  Verkündigung des Glaubens  + Caritatives Handeln

Diese unverrückbaren Bausteine einer jeden christlichen Gemeinde sind auch für uns die zentralen Elemente auf dem Weg zu unserem Profil. Diesen Grundelementen bzw. Zielen entsprechend haben wir Arbeitskreise gebildet. Und diese Arbeitskreise des Pfarrgemeinderates haben ihre Arbeit bereits aufgenommen. Sie repräsentieren die Eckpfeiler unserer Arbeit. – Am Anfang einer Tätigkeit stehen aber im Allgemeinen nicht fertig ausgearbeitete Aufgabenlisten, sondern Fragen, die sich uns stellen und denen wir uns auch stellen wollen:
AK Caritas: Wie können wir die Lebensbedingungen der Benachteiligten besser in den Blick bekommen, wo und wie können wir Lebensqualität schaffen oder verbessern? Wo gibt es konkreten Mangel, wie kann aber auch langfristig und beratend geholfen werden?
AK Missionarisch / einladend Kirche sein: Was tut Menschen gut, was suchen sie, was stärkt ihren Glauben? Wie können wir auch das Leben in den weniger wohlhabenden Gebieten dieser Erde in den Blick bekommen, Menschen dort unterstützen und vielleicht von ihrer Art, Christsein zu leben, lernen?
Wie können wir Zugezogene oder Fernstehende ansprechen, wie können wir die Kerngemeinde beleben, die Menschen im Ehrenamt stärken? Wie einladend sind unsere Gottesdienste? Welchen Stellenwert haben die Sakramente? Gibt es Formen, die ihre Verständlichkeit, ihren Sinn verloren haben? Was macht Menschen heil, was hilft Familien, Einzelnen, alten Menschen, jungen Menschen, Kindern? Welche neuen Wege wollen wir gehen?
AK Ökumene / AK Interreligiöser Dialog: An welchen Stellen in unserer Pfarrei wird Ökumene schon gelebt, wo können wir sie beleben? Wie können wir konfessionsverbindenden Paaren und Familien helfen, ihren Glauben zu leben? Wie willkommen fühlen sie sich in unseren Kirchen, in den Gottesdiensten? Wie können wir Geschwisterlichkeit in Christus zum Ausdruck bringen und so glaubwürdige Christinnen und Christen sein?
Wie können wir respektvoll und wertschätzend mit den muslimischen Gemeinden Kontakt pflegen?
AK Öffentlichkeitsarbeit: Wie können wir das, was schon an gutem Gemeindeleben lebendig und wirksam ist, so in die Öffentlichkeit tragen, dass auch andere sich angezogen und eingeladen fühlen? Wie können wir unsere Botschaft, unser Glaubensverständnis und unsere Praxis ins Bewusstsein bringen? Wie viel Professionalität „PR“ ist nötig und sinnvoll?
Wie können wir in den verschiedenen Kirchorten, Gremien und Gruppierungen miteinander kommunizieren, wie uns gegenseitig informieren?

Gemeinsam: Gruppen, Gremien, Generationen

Um uns diesen so zentralen wie vielfältigen Fragen tatsächlich widmen zu können, ist es gut, dass in den Arbeitskreisen auch Gemeindemitglieder vertreten sind, die nicht zum Pfarrgemeinderat gehören, die aber in einem bestimmten Sachbereich besonders engagiert und kompetent sind.

Und genau dieser Umstand, dass zur gelingenden Arbeit des Pfarrgemeinderates  auch von der Satzung her die Mitarbeit anderer, kompetenter und interessierter Gemeindemitglieder gehört, führt zur Ausgangsfrage zurück, was eigentlich der Pfarrgemeinderat ist und wie er arbeitet: Der Pfarrgemeinderat gibt so etwas wie die Rahmenrichtlinien vor, innerhalb derer sich die gemeindliche Arbeit realisiert. Darüber hinaus berät und entscheidet er auch in Detailfragen, plant und organisiert vielfältige Aktivitäten. Grundsätzlich ist der Pfarrgemeinderat aber nur so leistungsstark, wie die Gemeindeausschüsse, Gruppen, Kreise, Gremien der Gesamtpfarrei es sind. Denn sie sind die Kräfte, die vor Ort „wirksam präsent“ sind, wie es in der Satzung heißt.

Das Ineinandergreifen der verschiedenen Räder und Rädchen ist unbedingt notwendig, damit Gemeinde leben kann. Vielleicht ist gerade dies ja das Eigentliche und Grundlegende: das Zusammenwirken und die gegenseitige Hilfe der Gruppen, Gremien, ja der Generationen. Möglicherweise verwirklicht sich genau in diesem Zusammenspiel ein entscheidendes und unverzichtbares Stück christlichen Gemeindelebens – das Gegenteil einer „Macht ihr mal schön-Mentalität“! Und deshalb sind wirklich alle eingeladen, dabei zu sein, sich einzubringen, mitzumachen. Wenn Sie also Interesse haben mitzumachen, dann sprechen Sie ein Mitglied des Pfarrgemeinderates oder des Pastoralteams an oder nehmen Kontakt über eines der Pfarrbüros auf.

Für Ihr Dabeisein, für Ihr Engagement, für Ihre „wirksame Präsenz“ möchte ich mich an dieser Stelle bedanken und Sie gleichzeitig ermutigen, sich und Ihre Fähigkeiten in der Pfarrei St. Thomas Morus einzubringen, denn nur gemeinsam wird Gemeinde möglich!

Dorothee Sandherr-Klemp

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