Heiliger Antonius

Manche Menschen beten, wenn sie ihren Schlüssel verlegt oder etwas Ihnen Wichtiges verloren haben, zum Hl. Antonius. Der hilft dann auf seine Weise…. Dieser Antonius ist der Heilige von Padua, ein Franziskanermönch, der am 13. Juni 1231 gestorben ist, und dessen Gedenktag die Kirche an diesem Sommertag feiert.

Der Patron der Dransdorfer Kirche ist der Eremit, der Einsiedler Antonius, dessen Gedenktag am 17. Januar gefeiert wird. Um 251 n. Chr. wurde er in Mittelägypten als Sohn wohlhabender und christlicher Eltern geboren. Nach deren Tod übernahm er mit etwa 18 Jahren die Sorge für seine jüngere Schwester.

In der Kirche hörte er eines Tages Sätze aus dem Matthäusevangelium (19,21 und 6,34):

  • "Sorgt euch nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage" (Mt 6,34).
  • Jesus antwortete ihm: "Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen, so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach" (Mt 19,21).

Daraufhin fasste er den Entschluss, ein einfaches und zugleich geistliches Leben zu führen. Seine Schwester vertraute er geistlich lebenden Frauen an. Er selbst lebte zunächst in der Nähe seines Heimatdorfes, später in einer Grabstätte, dann zwanzig Jahre in einer verlassenen Verteidigungsanlage in der Wüste und schließlich an einem einsamen Berg nicht weit vom Roten Meer als Einsiedler. In dieser Zeit durchlebte er viele Versuchungen und kämpfte in seinem Inneren gegen zahlreiche „Dämo­nen“. Matthias Grünewald (Isen­heimer Altar) und andere Künstler haben versucht, diese Erfahrung im Bild darzustellen. Er gilt als „Vater des abendländischen Mönchtums“. Nach der Lebensbeschreibung, die der Hl. Athanasius über ihn verfasste, kam er in der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Maximus Daja (um 311 n. Chr.) nach Alexandrien, um die gefangenen Christen zu stärken. Danach kehrte er in die Wüste zurück und wurde ein gesuchter und sehr geachteter Ratgeber und geistlicher Begleiter für Gesunde und Kranke.

Gestorben ist er mit 105 Jahren. Sein Grab soll 561 n. Chr. entdeckt worden sein. Der größere Teil seiner Reliquien, die über Konstantinopel um 1000 n. Chr. nach Frankreich gelangten, liegen heute in  Arles, in der Pfarrkirche St. Julien.

Seine Verehrung ist seit dem Mittelalter auch hier bei uns bekannt. Es wurde der Antoniusorden gestiftet, dem auch viele Ritter angehörten. Zahlreiche Bruderschaften stellten sich unter seinen Schutz. Er gilt als der Patron der Armen und Kranken, der Haustiere (besonders der Schweine), der Metzger und Bür-stenmacher, zeitweise auch als Patron des Ritterstandes. Er gilt als einer der "14 Nothelfer", als einer der "4 Marschälle Gottes" gemeinsam mit dem Hl. Sebastian und dem Hl. Rochus als Pestpatron. Vor dem "Anto­nius­feuer", einer Seuche, versuchten sich die Menschen mithilfe des "Antoniuswassers" zu schützen oder hofften, dadurch geheilt zu werden.

Im Rheinland heißt der Hl. Antonius auch "Ferkes-Tünn". Dieser Name geht auf den Antonianerorden zurück, ein Krankenpflegeorden ("Hos­pita­li­ter", erkennbar am  "Anto­nius­kreuz", einem blauen Kreuz in T-Form auf schwarzem Grund), der das Recht hatte, am Antoniustag als Lohn für den Dienst an den Kranken die sogenannten "Antoniussäue" frei herumlaufen zu lassen. Diese durften von niemandem verjagt, mussten aber von allen gefüttert werden.

Andernorts wurde ein eigenes "Anto­nius­schwein" gehalten, das – mit einem Glöckchen um den Hals versehen – in einem Stall bei der Kirche lebte, sich aber ebenfalls im ganzen Dorf frei bewegen durfte. Am 23. Dezember (Jul-Eber), oder am 17. Januar wurde dieses Schwein geschlachtet, in der Kirche gesegnet und anschließend an die Armen der Gemeinde verteilt. Das an diesem Tag aus Weizenmehl gebackene "Antoniusbrot" galt, besonders für Tiere, als heilkräftig.

Vieles aus seinem Leben und seiner Verehrung ist im Grunde genommen zeitlos aktuell…

Quellen: Manfred Becker-Huberti, Lexikon der Bräuche und Feste und Lexikon für Theologie und Kirche

Hermann Bartsch

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