Heilige Margareta

Margareta ist unter anderem Schutzpatronin der Bauern. Die bis in das letzte Jahrhundert vorherrschende kleinbäuerliche Struktur Graurheindorfs spricht dafür, dass dies der Grund für die Wahl Margaretas zur Patronin der Gemeinde war.

Margareta (die Perle) - in der Ostkirche ist Marina der gebräuchliche Name - ist eine legendäre Märtyrerin. Sie soll die Tochter eines heidnischen Priesters gewesen sein. Die christliche Amme erzog sie zum Glauben und der Vater verstieß seine Tochter, als er dies bemerkte.

Der Stadtpräfekt Olybrius sah Margareta beim Schafe hüten und begehrte die schöne christliche Jungfrau. Da sie sich standhaft weigerte, ließ er sie mit eisernen Kämmen reißen, mit Fackeln brennen und ins Gefängnis werfen. Mehrfach erschien ihr der Teufel als ein riesiger Drache und wand sich um sie, um sie zu verschlingen, aber er wurde zerbrochen durch das Kreuzzeichen, das Margareta über ihn machte; sie entkam seinen Krallen unbeschädigt.

Dem nun in Menschengestalt erscheinenden Teufel setzte sie ihren Fuß auf den Scheitel, um ihm seine Machtlosigkeit zu zeigen. Immer wieder wurde sie von den bei ihren weiteren Martern erlittenen Wunden wundersam gesund. Das Volk erkannte dies und viele ließen sich daraufhin taufen. Schließlich zur Richtstätte geführt, betete sie vor ihrer Enthauptung für ihre Verfolger und alle, die in Zukunft ihr Gedächtnis anrufen würden, besonders die Frauen in Kindsnöten.

Margareta war eine der "Stimmen", von denen Jeanne d'Arc geführt wurde. Mit Barbara und Katharina von Alexandria gehört sie zu den beliebten Nothelferinnen; zusammen mit Dorothea sind sie die vier "Virgines capitales", "die wichtigsten Jungfrauen". Ihr Gedenktag in der katholischen Kirche ist der 20. Juli. Für Bauern begann am Margarethentag die Ernte.
Heute kaum noch bekannte Bauernregeln:

„Margarethenregen / wird erst nach Monatsfrist sich legen.”

„An Margarethen Regen, / bringt Heu und Nüssen keinen Segen.”

Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon

Michael Bauch-Holdau

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